In der Öffentlichkeit

 

Präsentation des Buches "Adenauer hatte recht - warum verfinstert sich das Bild der unter Hitler lebenden Deutschen?" am 24.1.2014 im Hansa-Haus München.

Der frühere stv. Chefrekateur der WELT, Gernot Facius (links im Bild), und Buchautor Prof. Dr. Konrad Löw (Mitte) haben vor etwa 35 Gästen Löws neuestes Buch vorgestellt. Das Statement von Gernot Facius ist hier in voller Länge auf youtube zu sehen. Rechts im Bild Georg Engel, Buchautor und Chefredakteur von Ungarnpanorama.


 


Rede der Bayerischen Staatsministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten, Emilia Müller, anlässlich der Eröffnung der Ausstellung „Die Sudetendeutschen – eine Volksgruppe in Europa“ am 7. Juli 2011 in Berlin

Zur Wanderausstellung „Die Sudetendeutschen – eine Volksgruppe in Europa“ heiße ich Sie alle herzlich willkommen. Ihnen allen ein herzliches bayerisches „Grüß Gott“! Ich freue mich sehr, zur Eröffnung dieser einzigartigen historischen Präsentation nicht nur den Ausstellungsmacher, sondern auch zwei der bekanntesten Repräsentanten der Sudetendeutschen Volksgruppe begrüßen zu dürfen!

Heißen Sie mit mir zusammen zunächst den Macher der Ausstellung, Herrn Konrad Badenheuer, willkommen! Sehr geehrter Herr Badenheuer, herzlichen Dank und Kompliment für diese beeindruckende Ausstellung, mit der Sie zeigen: Die Sudetendeutschen blicken auf eine über 800-jährige Geschichte im Herzen Europas zurück und sind lebendiger Teil der Gegenwart!

Für diese Ausstellung hat sich der Sudetendeutsche Rat besonders stark gemacht. Sehr verehrter Herr Landtagspräsident a. D. Johann Böhm, lieber Hans, ich freue mich sehr, dass Du uns heute als Mitglied des Präsidiums des Sudetendeutschen Rates in die Ausstellung einführst. Als gebürtiger Sudetendeutscher hast Du Dich Dein ganzes politisches Leben lang für die heimatvertriebenen Sudetendeutschen und die deutsch-tschechische Versöhnung eingesetzt. Vielen Dank für Dein Kommen und Deine Bereitschaft, im Anschluss zu uns sprechen!

Als „Dritten im Bunde“ darf ich schließlich den ehemaligen Abgeordneten des Bayerischen Landtags und derzeitigen Vizepräsidenten des Bundes der Vertriebenen (BdV), Herrn Albrecht Schläger, herzlich begrüßen. Sehr geehrter Herr Abgeordneter, auch Sie haben sudetendeutsche Wurzeln und engagieren sich seit Jahren für die deutsch-tschechische Verständigung. Sie sind Bundesvorsitzender der Seliger-Gemeinde und Generalsekretär des Sudetendeutschen Rates. Wir freuen uns auf Ihr Schlusswort.

 Ebenso darf ich Frau Gerburg Thunig-Nittner, die stellvertretende Bundesvorsitzender der Ackermann-Gemeinde heute begrüßen. Auch Ihnen herzliches Willkommen in der Bayerischen Vertretung in Berlin! Und schließlich: Was wäre die schönste Ausstellungseröffnung ohne den passenden musikalischen Rahmen? Mein herzlicher Gruß gilt dem Bläserquartett „Hofer Blech“ aus Oberfranken unter der Leitung von Peter Heidler. Ihnen allen ein herzliches Willkommen in Berlin und vielen Dank!

 Besonders herzlich begrüße ich auch

-die Mitglieder des Deutschen Bundestages sowie

-die Angehörigen des Diplomatischen Corps ebenso wie

-die Vertreter der Verbände, die Vertreter der Ministerien und Behörden sowie der Medien.

Liebe Gäste, Bayern ist heute ein starkes, kreatives und zukunftsorientiertes Land. Wie der Bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer sagt: ein Fünf-Sterneland. Ich bin stolz, heute sagen zu können: Daran haben die heimatvertriebenen Sudetendeutschen einen großen Anteil. Nicht umsonst sind die Sudetendeutschen – neben den Altbaiern, Franken und Schwaben – unser „vierter Stamm“!

1945/46 standen die Heimatvertriebenen materiell buchstäblich vor dem Nichts. Sie waren zufällig irgendwo in Bayern gestrandet, hatten keine Wohnung, keine Arbeit. Sie waren der Heimat beraubt. Aber die Sudetendeutschen hatten zwei Dinge mitgebracht, die man ihnen nicht wegnehmen konnte: Ihr technisch-wirtschaftliches Know-how und ihren Willen zum Durchhalten. Die Sudetendeutschen haben sich nicht unterkriegen lassen. Trotz Vertreibung, Armut und Not haben die Sudetendeutschen angepackt und nach vorne geschaut. Sie haben ihre ganze Kraft in die Integration und den Wiederaufbau ihrer neuen Heimat gelegt. Auch ihr Können, ihre unternehmerische Tatkraft haben Bayern in die Zukunft geführt.

In ihrem unerschütterlichen Willen zu Leistung und zu Solidarität sind uns die Sudetendeutschen Vorbild – damals wie heute. Deswegen ist es uns in Bayern ein Herzensanliegen, die Auseinandersetzung mit allen Facetten der deutschen Geschichte zu suchen. Die Ära der Zeitzeugen geht langsam zu Ende. Es ist Zeit, den Stab der Wahrheit von der Erlebnisgeneration an die Vermächtnisgeneration weiterzugeben.

Wir wollen alle Menschen in Bayern und in Deutschland über die Geschichte, Kultur und Gegenwart unseres „Vierten Stammes“ informieren. Dieser Aufgabe ist die Ausstellung verpflichtet, die wir heute gemeinsam hier in der Bayerischen Vertretung eröffnen. Viele Menschen in Bayern haben diese historische Dokumentation bereits gesehen. Jetzt haben wir sie nach Berlin geholt!

Sehr verehrte Damen und Herren. Unser heutiges Europa ist eine beeindruckende Gemeinschaftsleistung. Rund 500 Millionen Menschen leben heute in Frieden und Freiheit. Deutschland und sein Nachbarland Tschechien verbinden zahlreiche Kontakte in Politik und Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft. Letztes Jahr haben der Bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer und der tschechische Premierminister Petr Nečas eine neue Epoche der guten Nachbarschaft zwischen Bayern und Tschechien eingeläutet.

Für unser gemeinsames Europa ist nichts wichtiger als der direkte Dialog, der Austausch und die Begegnung zwischen den Menschen. Das ist unser bayerisches Credo. Und das war auch das Credo Dr. Otto von Habsburgs, eines großen Förderers der Sudetendeutschen Anliegen, dessen ich heute gedenken möchte. Als langjähriger Präsident und internationaler Ehrenpräsident der Paneuropaunion hat Otto von Habsburg die Anliegen der Sudetendeutschen auf internationaler Ebene aufgegriffen und ihnen Gehör verschafft. Er war eine beispielhafte und beispielgebende Persönlichkeit und ein großer Europäer. Sein Einsatz für ein Europa, das sich an Werten orientiert, bleibt hoch aktuell und wird weiterwirken. Auch an ihn wird unmittelbar am Eingang zur Ausstellung erinnert.

Verehrte Gäste, die heimatvertriebenen Sudetendeutschen haben den Dialog und den Kontakt mit den tschechischen Nachbarn immer gesucht und gepflegt. Das macht die Sudetendeutschen zu wahrhaften Europäern! Diese Ausstellung erweitert nicht nur unser Wissen um die sudetendeutsche Geschichte. Diese Ausstellung erweitert unseren Horizont.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen einen informativen Tag, mit reichlich Zeit für Begegnung und interessanten Gesprächen!

 

 

 

 

 

  Landtagspräsident a.D. Johann Böhm
  (Bilder: Henning Schacht, Vertretung des Freistaates Bayern beim Bund/Bayerische Staatskanzlei)


 

Das Buch „Sprache und Herkunft der Germanen“ ist im Oktober 2009 erschienen. Das Bild zeigt Dr. George Mehren (l.) und Konrad Badenheuer (r.) bei der Präsentation des druckfrischen Buches auf der Frankfurter Buchmesse.