Harald Seubert: Was wir wollen können. Bürgerliche Identität im 21. Jahrhundert.

Obwohl traditionelle Bürgerlichkeit immer seltener wird, nennen heute fast alle Parteien sich und ihre Wähler "bürgerlich". Selbst die Grünen, zu deren Programm gesellschaftliche Gleichmacherei, multikulturelle Desintegration und das Programm des "Gender Mainstreaming" gehören, verstehen sich seit einiger Zeit als "bürgerlich". Der Begriff hat also seinen Inhalt verändert und dies nötigt die wirklich Konservativen dazu, ihren Standort zu reflektieren und ihr Selbstverständnis neu zu formulieren.

Professor Harald Seubert legt mit diesem Buch eine tief reflektierende und weit ausblickende Klärung mehrdeutig gewordener Begriffe wie "konservativ", "progessiv", "bürgerlich" sowie auch "links" und "rechts" vor. Der Erlanger Kulturphilosoph und Ideengeschichter belässt es dabei nicht bei der Analyse, sondern ruft zu mutigem Handeln auf, um die gefährdeten Grundlagen, von denen der demokratische Rechtsstaat lebt, ohne dass er sie selbst sichern könnte, zu bewahren. Ohne das christliche Erbe Europas, so das Credo des konservativen Vordenkers, kann das nicht gelingen.


Späth/Aden: Die missbrauchte Republik

Ist über den deutschen Pädophilieskandal, den vielfachen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen in kirchlichen Einrichtungen und Internaten der „Reformpädagogik“ nicht schon alles gesagt? Wir meinen nein! Treibende Kräfte der 68er-Bewegung haben jahrelang versucht, sexuelle Aktivitäten von Erwachsenen mit Minderjährigen gesellschaftsfähig zu machen. Der harte Kern diese Lobby bestand aus kaum mehr als einem Dutzend Personen, doch ihre Verbindungen reichten bis in die Spitze der bundesdeutschen Gesellschaft, wie Andreas Späth und Menno Aden nach akribischen Recherchen belegen können. Lesen Sie folgende Buchbesprechungen:


Euler/Badenheuer: Sprache und Herkunft der Germanen

Alte Geschichte ist in Mode, insbesondere die Kelten gelten als schick. Sowohl das Monument von Stonehenge als auch die Himmelsscheibe von Nebra werden ihnen immer wieder zugeschrieben – doch beides ist blühender Unsinn, weil es zur jeweiligen Entstehungszeit noch gar keine Kelten gab. Die Germanen fanden lange Zeit weniger Aufmerksamkeit, bis mit dem 2000. Jahrestages der Varusschlacht im Jahre 2009 eine Flut an Veröffentlichungen über die Germanen erschien. Merkwürdigerweise gab es außerhalb des rein wissenschaftlichen Bereichs aber kaum Bücher über die Sprache der Germanen – obwohl man gerade darüber besonders viel weiß, viel mehr als beispielsweise über die Religion und Alltagskultur dieser Völkerfamilie, aus der die Skandinavier, Engländer, Niederländer und Deutschen hervorgegangen sind.

Das Buch von Dr. Wolfram Euler und Konrad Badenheuer füllt diese Lücke in eindrucksvoller Weise. Im sprachwissenschaftlichen Hauptteil aus der Feder von Euler bietet es Grundlagenforschung über das älteste Germanisch, wie es im zweiten und ersten Jahrtausend gesprochen wurde – Jahrhunderte vor den ersten römisch-germanischen Kontakten. Eine anspruchsvolle Lektüre mit schwierigen Passagen, aber auch mit vielen interessanten Ein- und Ausblicken für alle, die sich für die deutsche Sprache und ihre Ursprünge interessieren. Erst recht gilt dies für den Einleitungsteil. Hier wird mit grundlegenden Missverständnissen und Irrtümern über die Germanen aufgeräumt, die beispielsweise eben nicht aus Skandinavien nach Mitteleuropa kamen und deren Sprache sich weit unabhängiger vom Keltischen entwickelt hat, als oft zu lesen ist. Irrungen und Wirrungen der Forschungsgeschichte werden elegant dargestellt, der politische Missbrauch der Germanen durch nationalistische „Geschichtspolitik“ (nicht nur in Deutschland) wird in seiner Entstehung aufgezeigt und zugleich in seiner Absurdität widerlegt. Frappierend ist, wie sich einige ideologische Versatzstücke über die Germanen bis heute in Nachschlagewerken und Schulgeschichtsbüchern halten konnten.


Alfred de Zayas: 50 Thesen zur Vertreibung

Trotz einiger sehenswerter Dokumentationen im Fernsehen: Massenmedien und Schulen fassen das Thema „Flucht und Vertreibung“ schon seit langem mit spitzen Fingern an. Umso größer ist der Bedarf an einer knappen, klaren Information über Ursachen, Verlauf und Folgen der Vertreibung von rund 14 Millionen Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg. Der US-amerikanische Völkerrechtler und Historiker Alfred de Zayas bietet diese Information in bestechender Klarheit.